Mobbing in der Schule:
Mobbing in der Schule sollte eigentlich nicht Gegenstand der Schulpolitik sein, da es niemanden ernsthaft geben wird, der Mobbing in der Schule rechtfertigen will.
Daß es Mobbing in der Schule dennoch gibt, wird auch niemand ernsthaft leugnen wollen. Gerade die jüngsten Diskussion um sexuellen Mißbrauch in Bildungseinrichtungen zeigt, daß nicht alles nach außen dringt, was innen passiert und es manchmal Jahre dauert, bis Vorfälle geahndet werden. Daß insofern eine erhebliche Dunkelziffer auch außerhalb der derzeit diskutierten sexuellen Mißbrauchsfälle vorliegen wird, dürfte damit indiziell nachweisbar sein.
Schulpolitisch werden demnach zumindest Konstellationen diskutiert, wie man Mobbing in der Schule möglichst vermeiden kann.
Mobbing unter Schülern:
An dieser Stelle möchte ich auf einen interessanten Artikel von Mechthild Schäfer (sowie deren Mitarbeiterinnen Catherine Hörmann und Julia Zihl) vom Institut für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München aufmerksam machen:
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, daß Opfer und Verteidiger im Grundschulbereich meist in ihren Rollen dauerhaft verhaftet bleiben. Für Täter soll dies zumindest verstärkt ab Klassenstufe 3 gelten. Berücksichtigt man des weiteren, daß bei solchen Konstellationen oftmals die ganze Klasse beteiligt ist, macht dies schon die erhebliche Brisanz des Problems deutlich.
Mobbing unter Schülern ist regelmäßig ein sehr komplexer Vorgang, der nicht alleine dadurch zu lösen sein wird, daß schulpolitisch plakativ auf die verstärkte Rolle des Internets bei Mobbing hingewiesen wird. Die gravierendsten Fälle ereignen sich nach wie vor in der Schule und sind meist auch keine 2-Personen-Sachverhalte, sondern eine Angelegenheit der ganzen Klasse.
Mobbing zwischen Lehrer & Schüler:
Eine andere Form von Mobbing ist die von Lehrern gegenüber Schülern.
Da jedem Lehrer eine natürliche Kompetenz hinsichtlich der Leistungsbewertung und auch pädagogische Ahndung von Fehlverhaltensweisen von Schülern zukommt, wird es hier immer 2 Sichtweisen geben, ob ein Fehlverhalten des Lehrers vorliegt, oder er einfach nur angemessen gehandelt hat.
Die Auflösung solcher alltäglicher Konflikte wird schulpolitisch ebenso noch zu diskutieren sein.
Ein interessanter schulpolitischer Diskussionsbeitrag hierzu erschien am 02.04.2010 in der TAZ: Frauke Böger von der TAZ und Marianne Demmer von der GEW diskutierten darüber ob ein geschlossenes System wie die Schule ein Fundament für Gewalt und Mißbrauch bietet.