Gesamtschule:

Gesamtschule als Glaubensfrage:

Die Gesamtschule ist eine Glaubensfrage und bildungspolitisch  nahezu ausgekaut:

  • Einige Bundesländer praktizieren sie insbesondere unter dem Aspekt, eines dauerhaften Lernens aller Kinder in einer Schule und damit einer größmöglichen Gewährleistung eines potentiellen Zugang zu allen Abschlüssen - auch für bildungsferne Schichten.
  • Andere Bundesländer lehnen sie kategorisch ab, da trotz Binnendifferenzierung ambitionierte Schüler durch diese Schulform nicht hinreichend gefördert werden.

Auf diesen Argumenten (und natürlich vielen weiteren, die ich an dieser Stelle nicht nenne) standen sich die Kontrahenten bis vor kurzem relativ starr gegenüber.

Bewegung in die Diskussion um die Gesamtschule ist wieder in dem Zusammenhang geraten, als durch die Diskussion um eine 6-jährige Grundschule auch wieder eine Nebendiskussion um Gesamtschulen oder ein gegliedertes Schulwesen getreten sind. Ohne daß dies so recht wahrgenommen wurde, ist insofern von Bewegung zu sprechen, als die Bundesländer, die Gesamtschulen betreiben, dies ja neben einem gegliederten Schulsystem tun, d.h. Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen werden neben Gesamtschulen betrieben. Im Rahmen der schulpolitischen Diskussion um die 6-jährige Grundschule wurden aber vermehrt auch Stimmen laut, die ein gegliedertes Schulwesen komplett ablehnten und eine Gesamtschule forderten.

Neuerdings ist die Gesamtschule aus der politischen Diskussion zu Gunsten der Einheitsschule verschwunden. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Idee der Gesamtschule und es werden insbesondere ein gemeinsames Lernen ohne jegliche Binnendifferenzierung vertreten - was im Ergebnis eine Annäherung oder gar Verwirklichung einer 10-jährigen Grundschule wäre.