Einschulung - Vorzeitige Einschulung - Zurückstellung von der Schule:

Die Einschulung ist der Beginn der Schulpflicht.

Bildungspolitisch geprägt wird die Einschulung durch den Beschluß der Kutusministerkonferenz vom 24.10.1997 "Empfehlungen zum Schulanfang", dessen politischer Inhalt durch nachfolgenden Auszug dokumentiert wird:

"Angesichts des im internationalen Vergleichs hohen durchschnittlichen Einschulungsalters der Kinder in Deutschland stimmt die Kultusministerkonferenz darüber überein, einerseits Maßnahmen zur Reduktion der teilweise hohen Zurückstellungsquoten zu ergreifen, zum anderen Eltern bzw. Erziehungsberechtigte zu ermutigen, von der Möglichkeit der vorzeitigen Einschulung Gebrauch zu machen, wenn die erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind."

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Einschulungstermin/ Einschulungsalter/ Einschulungsstichtag:

Gegenstand der Beschlußfassung der KMK war demgemäß zunächst eine Vorverlagerung des Einschulungstermins:

Grundsätzlich wurde ein Stichtag für die Einschulung zwischen dem 30.06. und 30.09. vorgeschlagen. D.h. ein Kind, das spätestens bis zu einem Zeitraum vom 30.06. bis zum 30.09. des laufenden Kalenderjahres das sechste Lebensjahr vollendet, sollte kraft Gesetzes als schulpflichtig gelten.

Darüber hinaus wurde es den Ländern aber auch freigestellt, "zusätzlich Einschulungsmöglichkeiten während eines Schuljahres" vorzusehen.

In der Praxis gibt es heute nur noch wenige Bundesländer, die als Stichtag für eine Einschulung die Vollendung des 6. Lebensjahres bis zum 30.06. des laufenden Jahres vorsehen (bspw. Hessen).

Die meisten Bundesländer (bspw. Baden-Württemberg, NRW...) verlagern die Einschulungstermine immer weiter zum Jahresende hin, so daß in vielen Bundesländern heute bereits Kinder schulpflichtig werden, die erst während des Schuljahres das sechste Lebensjahr vollenden.

Interessant ist, daß Bayern zum Schuljahr 2010/2011 entgegen diesem Trend eine Änderung in die entgegengesetzte Richtung vorgenommen hat und den Einschulungsstichtag vom 31.12. auf den 30.09. vorverlegt hat - und zwar mit der Begründung, daß viele Eltern, deren Kinder ab Oktober geboren waren, einen Antrag auf Zurückstellung von der Schule gestellt haben.

Es wird sich demnach zeigen, in welchem Zeitrahmen sich das Einschulungsalter einpendeln wird.

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Vorzeitige Einschulung:

Für die vorzeitige Einschulung wurde geregelt, daß Kinder, die bis zum 31.12. des laufenden Kalenderjahres das 6. Lebensjahr vollenden auf Antrag ihrer Erziehungsberechtigten vorzeitig eingeschult werden "können", Kinder die nach dem 31.12.2010 das 6. Lebensjahr vollenden, nur "in begründeten Ausnahmefällen".

Die Gesetzgeber unterscheiden auf dieser Basis teils zwischen "Kann-Kindern" und sonstigen Fällen vorzeitiger Einschulung (bspw. Baden-Württemberg), teils werden alle Kinder gleich behandelt (bspw. Hessen).

In der schulrechtlichen Regelungspraxis verschwimmen diese Unterschiede indes, denn auch die Länder, die zwischen "Kann-Kindern" und sonstigen vorzeitigen Enschulungen unterscheiden, haben gesetzlich die Möglichkeit offen gelassen, daß auch "Kann-Kinder" gegen den Willen der Eltern vom Schulbesuch zurückgestellt werden können, wenn deren "Schulreife" noch nicht festgestellt werden kann.

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Zurückstellung vom Schulbesuch:

Die Zurückstellung vom Schulbesuch soll nur noch "im Ausnahmefall" möglich sein, wenn zu erwarten ist, daß eine Förderung im schulischen Rahmen keine für die Entwicklung des Kindes günstigeren Voraussetzungen schafft. Auf dieser Basis wird für Zurückstellungen die "Schulreife" in den jeweiligen Bundesländern nach verschiedenen Kriterien festgestellt.

Die KMK hat hierzu auch wenig Vorgaben erlassen und sich nur dahingehend geäußert, daß eine rein "kognitive" Feststellung unzureichend ist. Auf dieser Basis haben die einzelnen Ländern völlig eigene Interpretationen. Zu finden sind Regelungen, die das Kind auf gesundheitliche, kognitive und sozial-emotionale Voraussetzungen prüfen, teils aber nur auf Teile hiervon und weitere Kriterien als unbeachtlich ansehen.

Als besonders problematisch und restriktiv erweisen sich Bundesländern, die alleine auf gesundheitliche Aspekte abstellen (bspw. NRW) und damit relevante Aspekte wie die intellektuelle sowie sozial-emotionale Entwicklung völlig außen vor lassen möchten. Hier bedarf es schon besonderer Anstrengungen, um ein Kind zzurückzustellen.

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